“Mother and Brother” von Jeff Cascaros

26. März 2010

“Mother and Brother“ ist das zweite Album von Jeff Cascaros. Der gebürtige Bochumer machte sich 2006 mit einem ersten Album “Soul of a Singer“ mit eingängigen Songs und besonderer Stimmung mit Pop, Soul, Jazz und Blues‐ Elementen einen Namen.

Doch der Reihe nach: Jeff Cascaro begann seine Karriere bereits mit 18 Jahren als Gewinner von »Jugend jazzt«. Erfahrungen sammelte er unter anderem als Backgroundsänger und Gastmusiker mit der NDR Bigband, der Rias Big Band, mit Ute Lemper, den Fantastischen Vier, Sasha, Joe Sample von den Crusaders, Götz Alsmann, Klaus Doldinger’s Passport, den Guano Apes oder Paul Kuhn – um nur eine Auswahl zu nennen. Stehen sie doch für das genreübergreifende Musik‐Verständnis des Mannes aus dem Ruhrpott, der so unüberhörbar das Herz auf dem rechten Soul-Fleck hat. Seit 2000 ist der Praktiker noch dazu Professor für Jazz‐ Gesang an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« in Weimar. Sein CD‐Debüt unter eigenem Namen bereitete Jeff Cascaro sorgfältig vor ‐ und zeigte schließlich, was es heißt, die Soul Of A Singer zu haben.

Von der Seele eines Sängers erzählt auch Mother and Brother . Von seiner Liebe zur Musik, zum Leben überhaupt (‘Ella’ oder ‘I Feel Fine’) berichten Cascaros Songs, öffnen ganze Kapitel über seinen bisherigen Lebensweg, sein Lieben und Leiden (‘When She Sings To Me’ oder ‘The Sun Is Shining For Our Love’) oder fordern
unaufdringlich zum Tanzen auf (‘Love Is In The Air’). Cascaro folgt dabei den Traditionen des klassischen Soul‐Sängers, wie schon Stevie Wonder, Bill Withers oder Wilson Pickett vor ihm. Doch auch Traditionen müssen immer neu interpretiert werden, wie Cascaro weiß: “Ich habe natürlich irgendwie einen roten Faden, aber Du wirst bei keinem der Stücke eine zweite Strophe finden, die sich so wie die erste anhört. Es gibt immer etwas andere Töne, eine andere
Melodieführung.“

 “Mother and Brother“ von Jeff Cascaros
“Mother and Brother“ von Jeff Cascaros

Jeff Cascaro singt seine Songs nicht nur selbst, er schreibt und komponiert diese auch, was bereits seinem Erstling Soul of a Singer die Authentizität gab, die sich auf dem zweiten Album nun fortsetzt. Dass er selbst hinter den Reglern das Material arrangierte und auch ein wunderbar warmes Flügelhorn‐Solo beisteuerte, ist nicht nur eine persönliche Zugabe, sondern das Fundament.

Eigentlich ist Mother and Brother ein abendfüllender Film, der Jeff Cascaros Leben in der Vielfalt seiner Perspektiven zeigt und das Miteinander von Soul, Jazz und Pop in ein ‐ in Deutschland bisher ungeahntes ‐ Licht setzt. Mit seinen langsamen Slow Jams, den angenehm verzwickten, spielfreudigen Midtempos und schließlich hinreißend tanzbarem Material wird Mother and Brother besonders diejenigen in seinen Bann ziehen, die Musik sowieso als renzenlose Sprache der Welt verstehen. Like Mother and Brother.
Wer könnte bessere Worte für diese Verbindung aus stimmlicher Melancholie, luftigen Pop‐Nummern, warmherzigen Soul‐Hymnen, sensiblen Jazz‐Tunes und feurigen Discohymnen finden als Jeff Cascaro selbst, dieser unaufgeregte Soul‐Star: “Ich will einfach ein normaler Typ sein, der seinen Sound macht!”

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