Black Friday – wie man sich vor schlechten Angeboten schützt

20. November 2022

Jedes Jahr gibt es die Rabattschlachten am Black Friday, den Tagen davor in der Black Week und am Cyber Monday, der auf den Black Friday folgt. Ganze Industrien beteiligen sich am irrwitzigen und gleichzeitig größten Shopping-Event des Jahres. Mit vermeintlich guten Rabatten soll zum Kaufen animiert werden. Dabei gerät oft aus dem Blick, was man wirklich braucht, und was wirklich gute Angebote sind. 

Und der Black Friday hat noch eine weitere Dimension. Durch solche Rabattaktionen werden die Preise künstlich niedrig gehalten, was den Druck in der Lieferkette erhöht. Eine der Folgen sind oft geringe Löhne auf dem Rücken der Schwächsten, ganz zu schweigen von unüberlegten und überflüssigen Impulskäufen. Diese belasten die Umwelt, denn manches landet kaum benutzt auf dem Müll. Außerdem wird es den Marken erschwert, in teurere Materialien mit geringeren Umweltauswirkungen zu investieren, zum Beispiel in recycelte Materialien.

Neben den Produktionsbedingungen zieht der Black Friday auch auf andere Art Betrüger an.

Vorsicht bei unbekannten Onlineshops

Gerade bei unbekannten Online-Shops ist es wichtig, sich zu informieren, bei wem man einkauft. Kundinnen und Kunden sollten einen Blick ins Impressum werfen: Gibt es überhaupt eines? Sind alle Daten vollständig? Wirkt die Adresse authentisch? Mithilfe von Online-Kartendiensten wie Google Maps kann einfach nachvollzogen werden, ob sich an der angegebenen Anschrift wirklich ein Laden oder zumindest ein Lager befindet.

So erkennt man unseriöse Shops

  • Es kann sich lohnen, die Telefonnummer anzuwählen, um zu überprüfen, ob jemand abhebt.
  • Auch der Bereich „Allgemeine Geschäftsbedingungen“ (AGB) sollte auf der Webseite nicht fehlen. Ein kurzes Hineinlesen kann Aufschluss geben: Wirkt hier etwas seltsam? Gibt es ungewöhnliche Klauseln?

Sichere Bezahlmethode wählen

Zahlungen sollten Schnäppchenjägerinnen und –jäger nur auf sicheren Webseiten tätigen, deren URL mit „https“ und dem Vorhängeschloss-Symbol beginnt.

Zahlungsdaten sollten niemals auf Webseiten, dem PC oder dem Smartphone gespeichert werden. Zwar müssen diese dann bei jedem Vorgang neu eingegeben werden, jedoch sind sie so vor Datenpannen und Hacker-Angriffen geschützt.

Getreu der Regel „erst die Ware, dann das Geld“ sollte man niemals per Vorauskasse bezahlen. Als sicheres Zahlungsmittel zählt zum Beispiel die Kreditkarte. Bei Betrug oder Nichtlieferung ist es manchmal möglich, Beträge über ein sogenanntes Chargeback-Verfahren zurückbuchen zu lassen.

Black Friday schlechte Angebote erkennen

Preistransparenz: Handelt es sich wirklich um ein gutes Angebot?

Es kommt vor, dass Händler die Preise kurz vor dem Black Friday anheben, um sie anschließend wieder zu senken. Daher solltest Du den Preise über einen längeren Zeitraum zu beobachten, zum Beispiel über Preisvergleichsseiten.

Seit Mai 2022 gibt es durch die sogenannte EU-Omnibus-Richtlinie eine Neuerung, die für mehr Preistransparenz bei Sonderangeboten sorgt. Neben dem reduzierten Preis müssen Händler zusätzlich den niedrigsten Preis der vergangenen 30 Tage angeben.

Wenn der Preis in mehreren Schritten ohne Unterbrechung ermäßigt wurde, kann der Händler auch den Preis angeben, den er vor Beginn der schrittweisen Ermäßigung berechnet hat.

Nicht unter Druck setzen lassen!

Wir alle kennen die berühmten Nachrichten à la „Nur noch zwei Artikel verfügbar“ oder „Zehn andere Personen haben dieses Produkt im Warenkorb“. Solche Marketing-Methoden werden Dark Patterns genannt. Sie wollen das Verhalten von Kundinnen und Kunden beeinflussen und sie zum Kauf drängen.

Darunter fallen auch ablaufende Countdown-Timer oder beschämende Nachrichten wie „Ich verzichte freiwillig auf den Rabatt und zahle lieber den vollen Preis“.

Nur in den seltensten Fällen handelt es sich dabei um wirkliche Schnäppchen. Käuferinnen und Käufer sollten sich nicht unter Druck setzen lassen und sich Zeit nehmen, das Angebot zu analysieren.

Gewährleistung, Widerruf & Co.

Dank der gesetzlichen Gewährleistung haben Kundinnen und Kunden europaweit ein Recht auf ein funktionierendes Produkt. Defekte Ware muss der Händler ersetzen oder reparieren oder er muss den Kaufpreis erstatten.

Online gekaufte Produkte können innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen einfach zurückgeschickt werden. Der sogenannte Widerruf sollte schriftlich erklärt werden, zum Beispiel in einer E-Mail an den Verkäufer. Auch hier handelt es sich um eine europäische Regelung. Ein paar wenige Ausnahmen bestehen für schnell Verderbliches wie Nahrung, individualisierte Produkte wie gravierten Schmuck oder versiegelte Hygieneprodukte.

Oft gehen reduzierte Produkte mit dem Hinweis einher, dass sie vom Umtausch ausgeschlossen seien. Gewährleistungsrechte bei Mängeln sowie das Widerrufsrecht für Online-Käufe gelten jedoch trotzdem.

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